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Das schlechte Gewissen bei einer Affäre - wie geht man damit um?

Manchmal, wenn die Nacht hereinbricht und die Welt still wird, dann kommen sie, diese Gefühle, die man tagsüber so tapfer versucht zu verdrängen. Der Nachklang der verbotenen Berührungen, das warme Kribbeln auf der Haut, das sich wie eine zweite Haut anfühlt. Es ist dieser süße, heimliche Rausch, der alles so unglaublich lebendig macht. Man fühlt sich gesehen, begehrt, auf eine Art, die man vielleicht schon lange vermisst hat. Doch dann, fast unmerklich, schleicht sich etwas anderes ein. Ein Schatten, ein leises Flüstern, das immer lauter wird.

Es ist das schlechte Gewissen. Es legt sich wie ein kalter Schleier über die Erinnerung an die Leidenschaft. Ein Stich in der Magengegend, ein leichter Schwindel, wenn man an das denkt, was man getan hat oder tun wird. Es ist dieses Gefühl, als würde man in zwei Hälften gerissen. Die eine Hälfte, die sich nach dieser intensiven Verbindung sehnt, die sich lebendig fühlt in den Armen des anderen. Die andere Hälfte, die sich schuldig fühlt, die an die Versprechen denkt, an die Erwartungen, die man vielleicht nicht erfüllt. Manchmal ist es ein Druck auf der Brust, als würde ein schwerer Stein dort liegen, der einem den Atem raubt.

Man versucht, es wegzuschieben. Man redet sich ein, dass es nur für den Moment ist, dass es niemandem schadet, dass man es verdient hat. Und für eine Weile funktioniert das auch. Die Erinnerung an die zärtlichen Küsse, an die Blicke, die alles verstanden haben, überstrahlt die dunklen Gedanken. Doch dann, mitten in einem ganz normalen Gespräch oder beim Anblick eines vertrauten Gegenstands, überkommt es einen wieder. Die Frage: Ist das richtig? Kann ich so weitermachen?

Es ist ein einsamer Kampf, dieser innere Dialog. Man kann es niemandem erzählen, diese Last muss man ganz allein tragen. Manchmal wünscht man sich, man könnte einfach aufhören, diesem Sog widerstehen. Aber die Anziehung ist so stark, so berauschend, dass man immer wieder nachgibt. Manchmal glaube ich, dieses schlechte Gewissen ist der Preis, den wir für diese intensiven, verbotenen Momente zahlen. Es ist der Schatten der Leidenschaft, der uns daran erinnert, dass wir auch in den dunkelsten Ecken unseres Herzens wissen, was auf dem Spiel steht.

Wie geht ihr damit um, wenn dieses Gefühl euch packt? Könnt ihr es einfach wegschieben, oder nagt es unaufhörlich an euch?

95   1 Tag her
Was eine Affäre über die eigene Beziehung verrät

Hand aufs Herz, meine Lieben. Wenn jemand eine Affäre anfängt, wird gerne mit dem Finger auf den "Bösewicht" gezeigt, der sich da verführen lässt oder jemanden verführt. Aber wisst ihr, was ich dazu sage? Bullshit! Eine Affäre ist so viel mehr als nur ein Seitensprung. Es ist ein riesiger, lauter, manchmal brutaler Spiegel, der euch gnadenlos vor Augen hält, was in eurer eigentlich so "stabilen" Beziehung schon lange im Arsch ist.

Hört mir genau zu: Niemand sucht sich aus dem Nichts eine Affäre, wenn in der eigenen Partnerschaft wirklich alles stimmt. Ja, es gibt Arschlöcher, die einfach nur ihren Egoismus ausleben, klar. Aber selbst da steckt oft mehr dahinter, als man auf den ersten Blick sieht. Die meisten von uns sind keine geborenen Betrüger. Wenn wir uns außerhalb der Beziehung Trost, Leidenschaft oder Bestätigung suchen, dann deshalb, weil wir sie innen drin nicht mehr finden.

Was verrät eine Affäre also über eure Hauptbeziehung? Sie schreit euch ins Gesicht, wo die Funkstille herrscht. Vielleicht habt ihr schon ewig nicht mehr richtig miteinander geredet, nicht über eure Ängste, eure Wünsche, eure Träume. Oder der Sex ist so lauwarm wie abgestandener Kaffee. Die zärtlichen Berührungen? Nur noch flüchtige Streicheleinheiten aus Gewohnheit. Ihr fühlt euch unerhört, ungesehen, vielleicht sogar ungeliebt. Und der Affärenpartner? Der sieht euch plötzlich wieder, hört zu, gibt euch das Gefühl, begehrt zu werden. Das ist doch kein Zufall!

Viele beschönigen das dann mit "Ich brauchte mal was Neues" oder "Es war nur eine körperliche Sache". Ich sag euch: Das ist eine glatte Lüge, die man sich selbst erzählt. Wenn ihr "was Neues" brauchtet, dann deshalb, weil das Alte euch nicht mehr erfüllt hat. Wenn es "nur körperlich" war, fragt euch, warum diese körperliche Nähe nicht mehr mit dem Partner da war. Oder warum ihr euch nicht getraut habt, eure sexuellen Fantasien mit dem Partner auszuleben.

Eine Affäre ist ein Symptom, kein Grund. Sie ist das Fieber, das anzeigt, dass im Körper der Beziehung etwas nicht stimmt. Und ja, das tut weh. Es ist schmerzhaft, betrogen zu werden. Aber es ist fast genauso schmerzhaft, zu erkennen, dass die Beziehung, in die man so viel investiert hat, heimlich vor sich hin siecht. Wer nach einer Affäre die Augen verschließt und nur den Betrug anprangert, verpasst die größte Chance, die Beziehung vielleicht doch noch zu retten oder zumindest zu verstehen, warum sie gescheitert ist.

Anstatt also nur zu verurteilen oder sich selbst zu bemitleiden, solltet ihr eine Affäre als Weckruf sehen. Was hat euch gefehlt? Was habt ihr nicht bekommen? Aber auch: Was habt ihr nicht gegeben? Was habt ihr nicht angesprochen? Eine Affäre deckt schonungslos auf, was unter den Teppich gekehrt wurde. Und mal ehrlich, ist es nicht besser, die Wahrheit zu kennen, egal wie hässlich sie ist, als in einer Fassade zu leben?

Was habt ihr persönlich schon mal durch eine Affäre über eure Beziehung gelernt, sei es als "Betrüger" oder als Betrogene(r)?

105   1 Tag her